Motorradreifen - von gemütlich bis rasant

Jeweils von März bis September interessieren sich die Vertriebsleiter für Motorradreifen ausschliesslich für eine Nachrichtensparte, die Wetterprognose. Dies ist verständlich, denn der Reifenverkauf des Handels hängt auch von der Anzahl Sonnentage pro Saison ab. Auf dem Reifensektor herrscht eine nahezu unendliche Vielfalt an Maschinen mit völlig unterschiedlichen Bedürfnissen, Grössen und Kategorien. Die Anforderungen an die Bereifung variieren deshalb stark.

Erstaunliche Unterschiede

Die zahlreichen konstruktiven Unterschiede von Motorradreifen sind bemerkenswert, jeder Hersteller scheint diesbezüglich einen eigenen Kurs zu fahren. Während zum Beispiel der Reifen mit Diagonalkarkasse im Automobilmarkt von Europa keine Rolle mehr spielt, ist diese Bauart bei Motorrädern noch weit verbreitet. Der Marktanteil des Diagonalreifens ist tendenziell fallend. Der Motorradreifen mit Radialkarkasse verzeichnet angesichts der Verbreitung leistungsstarker Motorräder hohe Zuwachsraten und hat mehrere Konstruktionsprinzipien.

Der Einfluss der Kontur

Einen noch stärkeren Einfluss als bei Autoreifen hat beim Motorradpneu in Punkto Fahreigenschaften die Kontur. Interessant dabei ist, dass diese Entwicklungen, weit mehr als in anderen Fahrzeug-Segmenten, von Motorsport-Erfahrungen profitieren. Das Engagement der Reifenhersteller im Sportbereich ist dementsprechend hoch. Die Kompromisslösung eines Motorradreifens muss auf trockene, feuchte und nasse Fahrbahnverhältnisse ausgerichtet sein, was sich insbesondere bei der Profilgestaltung und -tiefe als Gratwanderung erweist. Für Bikes gilt ebenfalls das gesetzliche Mindestlimit von 1,6mm, nur Leicht- und Kleinkrafträdern werden 1mm Mindestprofiltiefe zugestanden. Die dringende Empfehlung aller Hersteller lautet jedoch, Motorradreifen nie unter 2mm abzufahren.

Ist Ihr Interesse an Motorradreifen geweckt worden oder sind Fragen aufgetaucht? Ihr Pneu Egger Fachmann steht Ihnen gern persönlich Rede und Antwort.

Quelle: Klaus Peter Backfisch/ Dieter S. Heinz (2000): Das neue Reifenbuch. Motorbuch Verlag.